Basiswissen Atopische Dermatitis

Fazit

Die Neurodermitis stellt aufgrund ihres komplexen Krankheitsbildes, ihrer weitreichenden Folgen für die Patienten und ihrer vielfältigen Pathogenese eine große Herausforderung für den behandelnden Arzt dar. Neben den auslösenden Umweltfaktoren können, aktuellen Forschungsergebnissen zufolge, auch psychosoziale Faktoren, wie zum Beispiel der Verlust eines nahen Angehörigen, den Ausbruch der Krankheit provozieren. Eine frühe psychotherapeutische Intervention nach einem belastenden Lebensereignis könnte eventuell einer Manifestation der Erkrankung vorbeugen.

Obwohl die Zahl der Patienten seit Jahren enorm zunimmt, sind viele Behandlungsansätze noch nicht ausreichend evidenzbasiert. Der Erfolg therapeutischer Maßnahmen hängt zudem stark vom individuellen Krankheitsbild ab. Alle Maßnahmen sind daher auf den jeweiligen Patienten und den Verlauf der Krankheit abzustimmen.

In jedem Fall sollte die Therapie jedoch die Vermeidung von Provokationsfaktoren und eine hydrierende Basishautpflege beinhalten, die in leichten Fällen der Erkrankung bereits eine Symptomfreiheit erzielen können.

Bei akuten Entzündungen stellen topische Glukokortikosteroide nach wie vor die wichtigsten antiinflammatorischen Substanzen dar. Bei Bedarf und wenn keine Gegenanzeigen bestehen, können topische Calcineurinantagonisten als Alternative dienen. Systemische Therapeutika werden nur für schwere Erkrankungen mit großflächigen Ekzemen empfohlen.

Antipruriginöse Wirkstoffe, antimikrobielle und antiseptische Substanzen werden im Bedarfsfall eingesetzt und durch nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie zum Beispiel Neurodermitis-Schulungen und im Bedarfsfall Eliminationsdiäten, ergänzt.

Bei der Prävention der Neurodermitis spielt die Ernährung eine große Rolle. Aktuelle Studien empfehlen nicht mehr, bestimmte Nahrungsmittel zu meiden, sondern raten zu einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Fisch, Omega-3-Fettsäuren, ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren / Omega-6-Fettsäuren und Milchfett haben wahrscheinlich protektive Effekte. Diese können bereits Schwangere nützen, um das Allergierisiko ihres Kindes zu verringern. Das gilt auch für Probiotika, die als Nahrungsergänzungsmittel bei Schwangeren, Stillenden und Säuglingen das Risiko für das atopische Ekzem signifikant senken können. Bei Präbiotika wird ein ähnlicher Effekt angenommen.

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