Basiswissen Atopische Dermatitis

Antiinflammatorische Therapie

Laut der Neurodermitis-S2-Leitlinien [Werfel et al. 2009], die derzeit überarbeitet werden, sind topische Glukokortikosteroide die wichtigsten antiinflammatorischen Substanzen zur Behandlung der Neurodermitis. Sie sollten jedoch nur zeitlich begrenzt zur Anwendung kommen, um Nebenwirkungen, wie beispielsweise einer Hautatrophie, vorzubeugen. Aufgrund ihres Nebenwirkungspotentials sind topische Glukokortikosteroide darüber hinaus ungeeignet für die Therapie von Ekzemen im Gesicht, des Scrotums oder von Arealen, wo sich gegenüberliegende Hautflächen berühren, wie beispielsweise die Achselhöhle, die Leiste oder unter der weiblichen Brust (intertriginöse Areale). An diesen Lokalisationen sollten topische Glukokortikosteroide nur bei Erwachsenen im Ausnahmefall für wenige Tage zum Einsatz kommen [Werfel et al. 2009].

Wenn die Anwendung von topischen Glukokortikoiden nicht angezeigt ist, können topische Calcineurinantagonisten (Pimecrolismus, Tacrolismus) als Alternative dienen. Bei der Therapie mit diesen Wirkstoffen, ist auf Sonnenschutz zu achten (Phototoxizität). Keinesfalls darf die Therapie mit einer Phototherapie kombiniert werden. Da bislang keine Ultralangzeitstudien zum Sicherheitsprofil vorliegen, müssen die Altersbeschränkungen der Medikamente beachtet werden [Werfel et al. 2009].

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