Basiswissen Asthma

Asthma bronchiale

Hinweis der Redaktion zur überarbeiteten Nationalen VersorgungsLeitlinie Asthma (Oktober 2018):

Vor Kurzem wurde die überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma veröffentlicht. Interessierte können das Dokument auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) kostenlos abrufen.

119 Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie

Die überarbeitete Leitlinie enthält 119 Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Asthma. Sie fasst den aktuellen Wissensstand der Forschung und Versorgung zusammen. Vertreter aus 21 Fachgesellschaften und Organisationen waren an dem Leitlinien-Update beteiligt. Der Großteil der NVL wurde aktualisiert.

Was ist neu?

Für die Klassifikation und Therapie von Asthma ist die Asthmakontrolle essenziell. Sie resultiert aus der Symptomatik und dem Risiko für eine Verschlechterung des Asthmas. Die frühere Einteilung nach dem Schweregrad spielt keine Rolle mehr. Die Grundprinzipien der Behandlung bleiben hingegen bestehen: Reicht die Bedarfsmedikation nicht aus, sollen Patienten kontinuierlich inhalative Corticosteroide bekommen, die die zugrunde liegende Entzündung bekämpfen. Von einer Monotherapie mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika ohne inhalative Corticosteroide raten die Autoren der Leitlinie entschieden ab.

Schulungen und körperliche Aktivität sind wichtig

Schulungen spielen eine wichtige Rolle. Sie unterstützen den Patienten beim Selbstmanagement der chronischen Erkrankung. Daher empfiehlt die Leitlinie, allen Patienten mit einer Langzeittherapie die Teilnahme an Schulungen zu ermöglichen.

Genauso wichtig ist körperliche Aktivität. Jüngeren Patienten wird empfohlen, an normalen Sportangeboten teilzunehmen. Für ältere oder schwerer erkrankte Patienten sind Lungensportgruppen eine gute Möglichkeit, in Bewegung zu bleiben. Voraussetzung für jede sportliche Aktivität ist eine gut eingestellte medikamentöse Therapie.

Weitere Informationen:

Hinweis der Redaktion zur neuen S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma (April 2018):

In der Asthmaforschung ist in den letzten Jahren viel passiert. Die neue Asthma-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) [unter der Beteiligung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie e.V. und der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie] greift diese Entwicklung auf und gibt mehr Spielraum in der Behandlung als bisher. Die medikamentöse Asthmatherapie kann so besser an die individuellen Bedürfnisse und die Symptome der Patienten angepasst werden. Die Behandlung orientiert sich damit stärker als bisher an der Symptomkontrolle und nicht am Schweregrad der Erkrankung. Theophyllin wird nicht mehr empfohlen. Die Bedeutung von nachweislich wirksamen nicht-medikamentösen Asthmatherapien wird hervorgehoben.

Weitere Informationen:

In Deutschland sind circa 5 % der Erwachsenen und 10 % der Kinder von Asthma bronchiale betroffen. Damit ist Asthma eine der häufigsten, im Kindesalter sogar die häufigste chronische Erkrankung („Volkskrankheit“).

Die Nationale VersorgungsLeitlinie [NVL 2018] definiert die Erkrankung wie folgt: „Asthma ist eine heterogene Erkrankung, die durch eine chronische Entzündung der Atemwege charakterisiert ist. Sie ist gekennzeichnet durch das Auftreten zeitlich und in Intensität variierender Symptome wie Atemnot, Giemen, Brustenge und Husten, sowie durch eine bronchiale Hyperreagibilität.“

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