Allergie und Anaphylaxie

Was ist eine Anaphylaxie?

Die Anaphylaxie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf allergene Reize und die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Der gesamte Organismus ist von dieser akuten, potenziell lebensbedrohlichen Überreaktion betroffen: Haut, Atemwege, Verdauungsorgane und Herz-Kreislauf-System „reagieren“ mit typischen Symptomen.

Im Grunde ähnelt der Beginn eines anaphylaktischen Schocks einer allergischen Reaktion. Ein erhöhtes Risiko, dass sich diese allergische Reaktion zu einem anaphylaktischen Schock entwickelt, tragen insbesondere ältere Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie schlecht eingestellte Asthmatiker.

Und so kann es zu einer Anaphylaxie kommen: Vermittelt durch die Wirkung spezieller Antikörper (Immunglobulin E, IgE) wird nach erstmaligem Antigenkontakt (= Kontakt mit körperfremdem Stoff) zunächst von einer kleinen Gruppe weißer Blutkörperchen (basophile Granulozyten) und Mastzellen (Mastozyten) eine große Menge an Mediatorsubstanzen wie Histamine, Prostaglandine und Leukotriene sowie Zytokine freigesetzt. Diese Substanzen forcieren die Reaktion auf das Allergen und übermitteln dem Körper, dass es Kontakt mit einer unverträglichen Substanz gab. Der überschießende Abwehrvorgang führt zu Entzündungsprozessen in Gewebe oder Organen. Es zeigen sich die ersten sicht- und spürbaren Zeichen einer Anaphylaxie (s. Abschnitt: Anzeichen).

Im weiteren Verlauf werden noch andere Mediatoren freigesetzt, die das Entzündungsgeschehen weiter vorantreiben. Daraus resultierend können sich etwa sechs bis zwölf Stunden nach Allergenkontakt zusätzliche klinische Symptome einstellen.

Man unterscheidet zwischen der klassischen anaphylaktischen Reaktion, die ein IgE-vermitteltes allergisches Ereignis darstellt, von der IgE-unabhängigen anaphylaktoiden Reaktion. Bei der anaphylaktoiden Reaktion führen nicht IgE-Antikörper, sondern andere Reize (chemisch, physikalisch, osmotisch) zur Freisetzung von Mediatoren. Die Symptome sind in beiden Fällen gleich.

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