„Winterallergie“: Augenjucken und Schniefnase

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– nicht immer muss es eine Erkältung sein

Wiesbaden, November 2013 – Der Winter steht vor der Tür und Triefnasen, rote Augen, Schnupfen und Husten plagen viele Menschen. Auch wenn diese Symptome in der Erkältungszeit nichts Ungewöhnliches sind, nicht alle Betroffenen leiden unter einer Erkältung oder einem grippalen Infekt. Immer mehr Menschen werden von einer so genannten Winterallergie kalt erwischt. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Hausstaubmilbenallergie, die sich als allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis) bemerkbar macht und die Patienten vor allem während der Heizperiode belastet.
„Insbesondere wenn die Beschwerden länger als 1 Woche andauern oder häufig wiederkehren, auch bei juckenden Augen sollten Betroffene hellhörig werden und ihren Arzt aufsuchen, bevor sie sich selbst therapieren“, betont Prof. Dr. Ludger Klimek, Leiter des Allergie-Zentrums in Wiesbaden. Denn wenn eine Allergie statt eines Winterschnupfens vorliegt, besteht die Gefahr chronischer Atemwegsentzündungen, weshalb eine konsequente Behandlung sehr wichtig ist. Den allergischen und entzündlichen Schleimhautschäden bei einer Winterallergie kann heute einfach und effektiv vorgebeugt werden: zum Beispiel mit einem verschreibungspflichtigen und erstattungsfähigen Nasenspray. Unterstützende Maßnahmen, wie regelmäßig kurz zu lüften oder Räume nicht zu überheizen helfen dabei, die Hausstaubmilben und damit die Winterallergie in Schach zu halten.

In der kalten Jahreszeit leisten unzureichend gelüftete und beheizte Räume sowie ein unausgeglichenes Raumklima den Symptomen einer Hausstaubmilben-Allergie Vorschub. Die trockene, warme Heizungsluft wirbelt Staub, Sporen, Tierhaare und die Milben vermehrt auf. An kalten Außenwänden bilden sich Kältebrücken mit Kondenswasser, das auch für Schimmelpilze perfekte Bedingungen schafft. Das alles belastet die Atemwege von Allergikern. Bei geröteten, juckenden Augen und laufender Nase in der kalten Jahreszeit sollte daher immer auch an eine allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) durch Hausstaubmilben gedacht werden – zumal hierzulande mittlerweile beinahe jeder Dritte von dieser so genannten Winterallergie betroffen ist.

Rezept gegen Winterallergie
„Betroffene können selbst dafür sorgen, die Allergie-Symptome einzudämmen, indem sie ein ausgeglichenes Raumklima schaffen, milbendichte Bezüge verwenden und ihre Atemwege auf andere Weise (z.B. Rauchen) möglichst wenig reizen. Wer seinen Allergie dennoch nicht unter Kontrolle bekommt, dem stehen heute effektive medikamentöse Wirkstoffe zur Verfügung“, erläutert Klimek. So kann zum Beispiel seit April 2013 ein neues, rezeptpflichtiges und erstattungsfähiges Nasenspray eingesetzt werden, um sowohl die Nasen- als auch die Augensymptome bei mittelschwerem bis schwerem allergischen Schnupfen zu behandeln, wenn eine alleinige Therapie mit einem Antihistaminikum oder einem Glukokortikoid nicht als ausreichend erachtet wird. „Dieses Nasenspray wurde in umfangreichen klinischen Studien geprüft und scheint ein Durchbruch für Patienten mit allergischer Rhinitis zu sein“, so Klimek weiter. Es enthält zwei hinsichtlich ihrer Wirksam- und Verträglichkeit gut erprobte Einzelsubstanzen, die bei Allergien eingesetzt werden: Fluticasonpropionat (ein Kortisonpräparat, das nur dort seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet, wo es soll) und Azelastinhydrochlorid (ein Antihistaminikum, das die Wirkung des Entzündungsvermittlers Histamin schwächt).

Besser durch den Winter trotz Allergie

  • kurz und regelmäßig lüften
  • Nassräume mit Frischluft versorgen
  • Räume nicht überheizen (maximale Temperatur: 20-22 °C)
  • Allergendichte Bezüge verwenden (sog. Encasings)
  • Für optimale Luftfeuchtigkeit sorgen (40 – maximal 60 %), ggf. mit einem Luftbefeuchter
  • Raumduftzerstäuber, Duftkerzen, Räucherstäbchen umd ähnliches meiden

Quelle: Zentrum für Allergologie und Rhinologie Wiesbaden