Was machen Nanopartikel im Darm?

Was machen Nanopartikel im Darm?

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Vom Kaugummi bis zur Instantsuppe: Lebensmittel enthalten synthetische Nanopartikel als Zusatzstoffe, um verschiedene Produkteigenschaften zu verbessern. Synthetische Nanopartikel haben aufgrund ihrer minimalen Größe einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten, beispielsweise bei der Anlagerung an Kleinststrukturen.

Darmbakterien wirken sich auf unser Wohlergehen aus

Alle Mikroorganismen im menschlichen Körper, darunter auch die Darmbakterien, wirken sich auf unser Wohlergehen aus. Sie beeinflussen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Fettleibigkeit und Allergien. Umweltfaktoren, wie die Einnahme von Medikamenten und vor allem die Ernährung, also beispielsweise auch mit technischen Nanopartikeln versetzte Lebensmittel, haben einen starken Einfluss auf die Vielfalt im Verdauungstrakt – und damit auf unsere Gesundheit. Hersteller sind verpflichtet, enthaltene Nanopartikel zu kennzeichnen. Nanoteilchen werden jedoch nicht nur gezielt unserer Nahrung zugesetzt, sondern entstehen auch natürlich bei deren Zubereitung (z. B. Bier).

Welchen Einfluss haben Nanopartikel?

Wie beeinflussen Nanopartikel in unseren Lebensmitteln die Magen- und Darmflora? Shirley Knauer vom Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB) der Universität Duisburg-Essen (UDE) und ihr Team wollten das genau wissen und stellten im Labor den Gang der Nanoteilchen im Darm nach. Im Magen herrscht ein sehr saurer pH-Wert, während es im restlichen Trakt eher neutral zugeht. Die Forscher konnten zeigen, dass sich eine Vielzahl von Nanomaterialien an Bakterien binden kann, was verschiedene Auswirkungen hat. Die körpereigene Immunabwehr erkennt z. B. bedeckte Bakterien weniger gut, was vermehrt zu Entzündungen führen kann. Positiver Effekt ist, dass sog. Silica-Nanoteilchen die Infektiosität des Helicobacter pylori-Keims schwächten.

Riesiges Potenzial für die Grundlagenforschung

Die Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, die potenziell negativen oder positiven Auswirkungen von mit der Nahrung aufgenommenen Nanoteilchen bestmöglich zu verstehen. Für die Anwendung und die Grundlagenforschung, einschließlich Nahrungsmittelallergien, wird ein riesiges Potenzial gesehen.

Quellen

idw

Siemer S, Hahlbrock A, Vallet C et al. (2018) Nanosized food additives impact beneficial and pathogenic bacteria in the human gut: a simulated gastrointestinal study. npj Science of Food 2: 22. doi:10.1038/s41538-018-0030-8