Umgang mit weniger bekannten Allergien

Umgang mit weniger bekannten Allergien

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Allergien sollte man immer ernst nehmen. Neben Augenjucken oder leichten Hautirritationen können sie im schlechtesten Fall einen Asthmaanfall oder einen anaphylaktischen Schock auslösen. Allgemein bekannt sind Allergien gegen Pollen, Gräser oder Hausstaub. Es gibt aber auch weniger bekannte, nicht alltägliche Allergien wie solche gegen Lanolin, Daunen, Mückensprays, Licht, E-Liquid oder Schokolade.

Lanolin in Wollprodukten

Wenn der Wollpullover beim Tragen kratzt, kann das an der kratzigen Wollbeschaffenheit liegen. Eventuell ist es aber auch eine Typ-IV-Kontaktallergie gegen Farb- und Konservierungsstoffe oder gegen die Wolle selbst. In letzterem Fall ist vor allem das Wollfett (Lanolin) schuld. Es kann Jucken, Hautreizungen oder Rötungen hervorrufen. Das Auftragen einer cortisonhaltigen Salbe auf die betroffenen Hautstellen kann hier helfen. Besser ist es jedoch, das Kleidungsstück erst gar nicht zu tragen und stattdessen auf Wollsorten mit geringem Lanolin-Anteil oder auf pflanzliche Fasern wie Baumwolle oder Leinen zurückzugreifen.

Daunen und Federn

Bei einer vermeintlichen Daunenallergie ist häufig die Hausstaubmilbe der Ursprung allen Übels und nicht die Daunen an sich. Dennoch kann die Daune selbst auch in seltenen Fällen Allergien auslösen. Wacht man also häufig mit Erkältungssymptomen sowie tränenden oder juckenden Augen bis hin zu Atembeschwerden auf, sollte abgeklärt werden, ob es sich um eine Daunenallergie handelt. In diesem Fall muss man die Daunendecke jedoch nicht wegwerfen – ein hochwertiges, allergikergeeignetes Inlett schafft wirksam Abhilfe.

Mückensprays

Besonders in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu allergischen Reaktionen bei der Anwendung von Mückenschutzsprays. Hierfür ist meist der hochwirksame Inhaltsstoff DEET (Diethyltoluamid) verantwortlich. Er gilt im Allgemeinen als gut verträglich, aber manchmal treten unerwünschte Kontaktallergien auf, die eine allergische Kontaktdermatitis, Hautblasen, Juckreiz sowie lokale Haut- und Schleimhautreaktionen hervorrufen können. Besonders gefährdet für diese Nebenwirkungen sind Kinder. Kommt es zu einer Allergie gegen DEET, sollte man auf Mückenschutzprodukte mit anderen Wirkstoffen oder auf Hausmittel umsteigen.

E-Liquid

Seit dem Erlass von Rauchverboten in Lokalen sowie Kampagnen gegen das Rauchen erfreut sich die E-Zigarette steigender Beliebtheit. Was die Anhänger dieser Zigarette, die sogenannten Dampfer, wahrscheinlich weniger gern hören – auch das Dampfen kann lokale Kontaktallergien auslösen. Tatsächlich ist das Propylenglykol (PG), das in E-Liquids enthalten ist, ein Typ-IV-Kontaktallergen, welches beim Dampfen in hoher Konzentration eingeatmet wird und Reizungen der Atemwege verursacht. Betroffenen hilft es häufig, auf ein Liquid mit geringerer PG-Konzentration auszuweichen, auf solche mit hohem Glyzerinanteil zu setzen oder ganz mit dem Dampfen aufzuhören.

Licht

Eine Lichtallergie tritt im Zusammenhang mit UV-A- und UV-B-Strahlen auf und ist für Betroffene meist sehr schmerzhaft. Bei Kontakt mit Sonnenlicht kommt es zu starken Hautreizungen und -rötungen, ebenso zu Juckreiz, Quaddelbildung und Papeln. Die Ursache für eine Lichtallergie ist nicht eindeutig geklärt. Betroffene sollten darauf achten, stets genügend Sonnenschutz zu verwenden sowie direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu meiden. Die Lichtallergie tritt zwar äußerst selten auf, ist aber für Betroffene extrem unangenehm und schränkt die Lebensqualität deutlich ein.

Schokolade

Eine Allergie gegen Schokolade oder Kakao entwickelt sich meist erst nach einiger Zeit, wenn das Immunsystem Bestandteile der Schokolade fälschlicherweise als Angreifer identifiziert und dann Abwehrstoffe bildet, die die typischen Symptome einer Lebensmittelallergie auslösen. Dazu zählen unter anderem Jucken in Mund und Rachen, Magen-Darm-Beschwerden oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock. Die akuten Symptome der Schoko-Allergie können mit Antihistaminika unterdrückt werden. Langfristig hilft in vielen Fällen eine Desensibilisierung.

Fazit

Ob Sonnenlicht, Mückenschutz oder gar Schokolade – so ziemlich alles kann irgendeine Art von Allergie auslösen. Eventuelle Anzeichen sollten unbedingt ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden, um eventuellen lebensbedrohlichen Folgen vorzubeugen.

Weiterführende Quellen zum Thema:

EdlerZwirn

Daunenfeder

moskitofrei

iSmoker

Clinic Plastica

 

Nach Informationen von Dr. Walter Mair, Stadtapotheke Sterzing