Ständig müde durch Amalgam-Allergie

Ständig müde durch Amalgam-Allergie

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Amalgam ist eine Legierung aus Kupfer, Zinn, Silber und Quecksilber. Das Material wird häufig für Zahnfüllungen verwendet, da es kostengünstig, langlebig und leicht zu verarbeiten ist.

Die Verwendung von Amalgam ist umstritten, da es Allergien und Vergiftungen auslösen kann. Eine Amalgam-Allergie ist eine Kontaktallergie auf Zahnfüllungen aus Amalgam, die zu Reizungen an der Mundschleimhaut führt. Diese Allergie ist sehr selten. Experten schätzen, dass nur 0,01% aller Menschen an einer Amalgam-Allergie leiden. Bei Neurodermitis-Erkrankten kann es durch eine Amalgam-Allergie zu einer Ausweitung der Ekzeme und zu einer Verschlechterung des Hautbildes kommen, und zwar an den Stellen, an denen die Haut mit dem Speichel in Verbindung tritt.

Eine Amalgamvergiftung wird ebenfalls oft als Amalgam-Allergie bezeichnet, ist aber keine echte Allergie. Amalgam besteht zu etwa 50% aus Quecksilber. Wenn zum Beispiel beim Einlegen oder Herausnehmen von Amalgam-Füllungen Quecksilber freigesetzt wird oder wenn Amalgam-Füllungen undicht werden, gelangen Quecksilber und weitere Bestandteile von Amalgam durch den Speichel in den Magen-Darm-Trakt und in den Blutkreislauf. Das Quecksilber lagert sich in verschiedenen Organen sowie im Nervensystem ab und löst so die verschiedenen gesundheitlichen Probleme aus.

Symptome einer Amalgam-Allergie

Eine Amalgam-Allergie kann verschiedene Beschwerden hervorrufen. Betroffene leiden unter chronischer Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Das Immunsystem wird geschwächt, Infekte und Hautekzeme werden begünstigt. Im akuten Fall kommt es bei Amalgam-Kontakt zu einem starken Brennen auf der Zunge, verbunden mit einem metallischen Geschmack im Mund. Eine Kontaktallergie auf Amalgam-Füllungen kann Reizungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches hervorrufen. Entzündungen, Juckreiz, Blutungen und manchmal auch dauerhafte Gewebeschäden sind die Folge.

Darüber hinaus treten allergische Reaktionen wie Hautirritationen, Magen-Darm-Beschwerden und Augenreizungen auf. Im Extremfall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock.

Diagnose und Therapie

Eine Allergie auf Amalgam wird mithilfe eines Epikutantests festgestellt. Eine Amalgam-Allergie ist relativ gut behandelbar, Folgeschäden oder weitere Komplikationen sind nicht zu erwarten. In der Regel werden die Amalgam-Füllungen entfernt und durch anderes Füllmaterial ersetzt.

Bei Vorliegen einer echten Amalgam-Allergie kann bei der Krankenkasse ein Erstattungsantrag für die Zahnsanierung gestellt werden.

Exkurs: Neue EU-Regelung

Eine neue EU-Regelung (s. Kasten) sieht vor, dass Zahnärzte bei Kindern und Schwangeren vom 1. Juli 2018 an nur noch in absoluten Ausnahmen Dentalamalgam einsetzen dürfen. Bei gesetzlich Versicherten unter 15 Jahren sowie bei schwangeren und stillenden Frauen muss ein alternatives Füllmaterial gewählt werden.

EU-Quecksilberverordnung der Bundeszahnärztekammer

Die EU-Quecksilberverordnung, Verordnung (EU) 2017/852, der Bundeszahnärztekammer vom Juni 2018 beinhaltet unter anderem ein „Eingeschränktes Amalgamverbot bei Risikogruppen“.

Weitere Informationen gibt es hier: EU-Quecksilberverordnung

Quellen und weitere Informationen

Wikipedia

Deutsche Familienversicherung

symptomat.de

Zentrum der Gesundheit

aerzteblatt.de

zeit.de

dental-observer.de