Neue Asthma-Leitlinie

Neue Asthma-Leitlinie

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Im Rahmen des 59. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) in Dresden wurde unter anderem auch die neue Asthma-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga e.V. und der DGP vorgestellt.

Diagnostik

Die neue Asthma-Leitlinie definiert die Erkrankung als eine heterogene, multifaktorielle, meist chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die meist durch eine Überempfindlichkeit der Bronchien und/oder eine variable und partiell reversible Verengung der Atemwege charakterisiert ist. Typische Beschwerden des Asthmas sind v.a. Luftnot, Brustenge, Atemnebengeräusche und Husten mit wechselnder Intensität. Bei der Mehrzahl der Patienten ist das Asthma Folge einer Allergie gegen Aeroallergene (v.a. Pflanzenpollen, Milben, Tierhaare), aber vor allem bei Erwachsenen kann ein Asthma auch durch nicht-allergische Trigger ausgelöst werden. Die Diagnostik eines Asthmas gründet bei typischen Beschwerden auf dem Nachweis einer Verengung der Bronchien mittels Messung der Lungenfunktion. Ist diese Verengung durch Inhalation eines antiasthmatischen Medikamentes vollständig reversibel, besteht an der Asthmadiagnose kein Zweifel. Liegen dagegen keine Verengung und auch keine messbare Überempfindlichkeit der Bronchien vor, ist ein Asthma sehr unwahrscheinlich. Im Graubereich zwischen Bestätigung oder Ausschluss eines Asthmas ist eine definitive Diagnose häufig erst durch eine Verlaufsbeurteilung möglich.

Therapie

Basis der Asthmatherapie sind inhalative Glukokortikoide (ICS), die die dem Asthma zugrundeliegende Entzündungsprozesse wirksam unterbinden. Ist dadurch keine Asthmakontrolle möglich, wird die Behandlung um ein inhalatives langwirksames Beta2-Mimetikum (LABA) ergänzt, ein die Bronchien für bis zu 24 Stunden erweiterndes Medikament. Relevante Nebenwirkungen sind durch die inhalative Anwendung der genannten Medikamente kaum zu befürchten. Diese Dauerbehandlung wird durch die Gabe von rasch wirksamen Bronchodilatatoren ergänzt, die nur bei Bedarf inhaliert werden. Eine für viele Patienten besonders einfache Asthmabehandlung besteht in einem Kombinationspräparat eines inhalativen Glukokortikoids mit einem langwirksamen Beta2-Mimetikum. Bei schwerem Asthma muss die inhalative Therapie durch monoklonale Antikörper ergänzt werden, die sich gegen die dem Asthma zugrundeliegenden Entzündungsmechanismen richten und diese unterbinden.

Die neue Asthma-Leitlinie enthält darüber hinaus eine Vielzahl von Evidenz-basierten Empfehlungen zur nicht-medikamentösen Asthmatherapie (u.a. Patientenschulung, Physiotherapie, Rehabilitation), zum Umgang mit typischen Asthmabegleiterkrankungen (z.B. Allergie, Schlafstörungen, Raucherlunge), zur Asthmaprävention (z.B. Allergenvermeidung), zur Diagnose und Behandlung des beruflich bedingten Asthmas und zum Management der Asthmaerkrankung in der Schwangerschaft.

Quellen

Pressetext zur Pressekonferenz der Deutschen Atemwegsliga vom 15. März 2018 im Rahmen des 59. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Dresden

S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma (Langfassung)