Mehr als eine Milliarde Menschen sind fettleibig

Mehr als eine Milliarde Menschen sind fettleibig

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Untergewicht und Adipositas sind im gesamten Lebensverlauf mit negativen gesundheitlichen Folgen verbunden. In einer groß angelegten Studie untersuchten Forschende wie häufig Untergewicht und Adipositas in unterschiedlichen Settings sowie diesbezügliche Veränderungen von 1990 bis 2022 vorkamen. Dazu wurden Daten aus 3663 bevölkerungsbezogenen Studien mit weltweit 222 Millionen Teilnehmern herangezogen. Berücksichtigt wurden Daten von Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen im Schulalter in 200 Ländern und Territorien.

Die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Studie sind erschreckend: Die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) ist rasant gestiegen. Weltweit waren im Jahr 2022 mehr als eine Milliarde Menschen fettleibig. Insgesamt waren 880 Millionen Erwachsene und 159 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren stark übergewichtig. Der Anteil der stark Übergewichten an der Bevölkerung hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt, unter Heranwachsenden zwischen fünf und 19 Jahren sogar vervierfacht. Unter anderem in den USA ist die Anzahl der Menschen mit Adipositas stark gestiegen. Der Anteil fettleibiger Frauen stieg dort von 21,2 Prozent 1990 auf 43,8 Prozent 2022, bei den Männern stieg der Anteil von 16,9 Prozent auf 41,6 Prozent.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer „Epidemie“.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigten sich überrascht von der Schnelligkeit der Entwicklung, hatten sie doch damit gerechnet, dass die Schwelle von einer Milliarde Adipositas-Betroffenen erst im Jahr 2030 erreicht wird.

Adipositas kann Krankheiten auslösen

Adipositas kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsformen auslösen. Adipöse haben auch ein erhöhtes Risiko, an Asthma zu erkranken. Starkes Übergewicht kann zudem die Ausprägung von Asthma beeinflussen. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft sieht Adipositas als „chronische Krankheit, die definiert ist, als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts“. Ob jemand betroffen ist, wird nach Gewicht und Größe berechnet, dem Body-Mass-Index (BMI), dem Quotienten aus Körpergewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m2). Ab einem BMI von 30 spricht die Deutsche Adipositas-Gesellschaft von „Adipositas Grad I“.

Was hilft?

Adipositas könne, so die WHO, durch gute Ernährung und Bewegung von Kindesbeinen an vorgebeugt werden. Salz-, fett- oder zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke sollten nicht in der Nähe von Schulen verkauft und Reklame dafür, die sich an Kinder richtet, eingeschränkt werden.

Millionen leiden an Mangel- und Unterernährung

Weltweit leiden auch Hunderte Millionen Menschen an Mangel- und Unterernährung, vor allem in Südostasien und in Afrika südlich der Sahara. Die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren werde durch Unterernährung verursacht.

Quellen mit weiteren Informationen:

tagesschau.de

NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC) (2024) Worldwide trends in underweight and obesity from 1990 to 2022: a pooled analysis of 3663 population-representative studies with 222 million children, adolescents, and adults. Lancet, February 29. DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02750-2

allergie.de

DAAB