Krabbeltiere auf dem Teller: Trendfood Insekten

Krabbeltiere auf dem Teller: Trendfood Insekten

Zuletzt aktualisiert:

Frittierte Skorpione oder Käfer sind auf den Märkten in Thailand keine Seltenheit. In Nigeria verspeist man Termiten, in Mexiko in Schokolade getauchte Heuschrecken. Rund 1900 Insektenarten stehen auf den Speisekarten weltweit, zwei Milliarden Menschen essen sie regelmäßig.

Insekten zu verzehren, ruft bei den meisten Mitteleuropäern Ekel hervor. Insekten und ihre Maden gelten als Ungeziefer. Krabbeltiere wie Grillen, Käfer und Mehlwürmer enthalten jedoch hochwertiges Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und viele Mineralstoffe und sind daher sehr nahrhaft.

EU-Verordnung seit 1. Januar 2018 in Kraft

Der Verkauf von Insekten für den menschlichen Verzehr ist mittlerweile in einigen europäischen Ländern erlaubt. Seit 1. Januar 2018 ist eine EU-Verordnung in Kraft, die Insekten erstmals als neuartige Lebensmittel einstuft. Bisher war der Umgang nicht klar geregelt, was auch den Verkauf von Insekten hierzulande erschwert hat. Mit der neuen Novel-Food-Verordnung könnte sich das ändern. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit – EFSA haben Stubenfliegen, Mehlwürmer, Grillen und Seidenraupen das größte Potenzial in der Europäischen Union und viele Insektenfood-Startups stehen bereits in den Startlöchern.

Mögliche allergische Reaktionen

Experten warnen jedoch Nahrungsmittelallergiker: Insekten, die neu als Lebensmittel zugelassen sind, enthalten ähnliche Proteine wie Weich- oder Krustentiere. Das Immunsystem betroffener Allergiker reagiert nicht nur auf die Proteine in Krebs- oder Weichtieren, sondern auch auf jene in Insekten. Bei deren Verzehr kann es zu allergischen Reaktionen kommen.

Bekannt sind einige Fälle aus Spanien, bei denen allergische Symptome nach Verzehr von Linsen aufgetreten waren. Die Linsen waren mit dem Linsenkäfer Bruchus lentis infiziert. In Thailand und China zeigten Menschen nach dem Essen von Seidenraupen-Puppen, Mehlwürmern, Grashüpfern und Grillen allergische Reaktionen bis hin zu anaphylaktischen Schocks. Stoffe wie die Arginin-Kinase und Tropomyosin stehen als potenzielle Allergene im Verdacht.

Schnelles Handeln erforderlich

Symptome einer allergischen Reaktion wie Kribbeln im Gaumen, Brennen und Jucken im Mundbereich oder eine Schwellung im Gesicht sind absolut ernst zu nehmen und erfordern ein schnelles Handeln sowie eine  ärztliche Abklärung.

YouTube-Video des NDR zum Thema: Insekten als Lebensmittel – gesund und lecker? (am 31.01.2018 veröffentlicht)

Quellen

Spektrum.de

Watson

WIRED