Forschungsprojekte zu Lebensmittelallergien

Forschungsprojekte zu Lebensmittelallergien

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Besonders Erdnüsse, Fisch, Milch, glutenhaltiges Getreide, Eier, Sellerie, Krebstiere, Schalenfrüchte, Senf, Sesamsamen und Sojaproteine lösen bei Lebensmittelallergikern unerwünschte allergische Reaktionen aus. Häufig müssen Betroffene die allergieauslösenden Produkte von ihrem täglichen Speiseplan streichen, um beschwerdefrei durch den Alltag zu kommen. Dabei sind die versteckten Allergene in der Nahrung ein besonderes Risiko. Denn oft genügen schon kleinste Allergenmengen, um Reaktionen bei entsprechend sensibilisierten Personen hervorzurufen. Das Dilemma: Im Zuge der Verarbeitung und Produktion von Lebensmitteln können kleinste Mengen an Allergenen unbeabsichtigt in Nahrungsmitteln landen, ohne dass darauf explizit auf der Verpackung hingewiesen wird.

In einem eigenen Projekt („LowAllergen“) arbeiten vier Fraunhofer-Institute daran, die Situation von Lebensmittelallergikern zu verbessern. Entwickelt werden neue Analyseverfahren von Lebensmittelallergien, Bewertungsmöglichkeiten von Allergenen und Nachweisverfahren zum allergenen Potenzial von Lebensmitteln. Allergieauslösende Proteine sollen dabei identifiziert und Technologien etabliert werden, mit denen allergene Substanzen bei der Nahrungsmittelproduktion entfernt oder für den täglichen Konsum „unschädlich“ gemacht werden können.

Forschung an Sojaproteinen

Erste Ergebnisse liegen bereits vor: Die bei einer Allergie aktivierten Antikörper richten sich gegen bestimmte Molekülabschnitte (Epitope) der Allergene. Allergiepatienten reagieren auf diese Epitope. 374 allergierelevante Epitope konnten identifiziert werden. Dazu wurden 50 Blutseren von Sojaallergikern mit einem neuen Verfahren analysiert. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass sich Sojaproteine so verändern lassen, dass sie weniger allergen sind.

Neuer Allergietest

Um die Patientendiagnostik weiter zu verbessern, planen die Wissenschaftler gemeinsam mit der Uniklinik Leipzig in großem Umfang die Seren von Allergikern zu untersuchen (Projekt „FoodAllergen“). Ziel ist, eine Biobank mit über 500 Seren von Betroffenen einzurichten. Ein spezieller Test, der nur einen Tropfen Blut des Patienten erfordert, soll ermöglichen, ein breites Spektrum an Lebensmittelallergien zu erkennen. Damit wären dann auch Kreuzreaktionen besser identifizierbar als mit einem Haut- oder Prick-Test.

Quellen

ANALYTIK NEWS

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI)