Duftstoffe in Kosmetik

Duftstoffe in Kosmetik

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Etwa 15-20 % der Deutschen leiden unter einer Duftstoffallergie. Essenzen, Öle oder synthetische Duftstoffe in Haushaltsprodukten oder Kosmetika führen bei Duftstoffallergikern zu einem allergischen Kontaktekzem.

Bei Allergien auf Kosmetika handelt es sich meist um Kontaktallergien vom verzögerten Typ IV. Die Hautbeschwerden (Juckreiz, Rötung, Bläschen, Schwellungen, Schuppung) treten oft erst 24 bis 72 Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auf.

In einem Interview mit haut.de erklärt Fachreferentin Alexandra Borchard-Becker von der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V., auf was Allergiker:innen beim Kauf von Kosmetikprodukten achten sollten, um allergischen Reaktionen vorzubeugen.

haut.de: Duftstoffe und Duftstoffmischungen können in seltenen Fällen Unverträglichkeiten in Form einer allergischen Reaktion auslösen – Stichwort: Kontaktallergie. Was können Betroffene tun, um eine allergische Reaktion zu vermeiden?

Borchard-Becker: Sie müssen beim Einkauf die Inhaltsstofflisten der Kosmetikprodukte genau studieren, um herauszufinden, ob sie das Produkt vertragen oder ob die in ihrem Fall allergieauslösenden Stoffe enthalten sind. Das gilt auch bei Auslobungen wie „parfümfrei“ oder „duftstofffrei“. Hierbei ist unbedingt anzuraten, vor dem Kauf das Verzeichnis der Inhaltsstoffe sorgfältig zu prüfen. So können Allergiker:innen sichergehen, dass keine individuell unverträglichen Stoffe enthalten sind.

Zudem weist das Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) auf Produkte hin, die frei von Duftstoffen und anderen möglichen Allergieauslösern sind. Ein zusätzlicher Blick in die Liste der Inhaltsstoffe trägt dazu bei, das persönlich passende und verträgliche Produkt zu kaufen.

Und auch, wenn Allergiker:innen Produkte gefunden haben, die „ihre“ allergieauslösenden Duftstoffe nicht enthalten, ist es ratsam, die Zusammensetzung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Denn die Hersteller können ihre Rezepturen gelegentlich verändern.

haut.de: Welche Rolle kommt der INCI-Deklaration kosmetischer Produkte zu? Haben Sie Tipps, wie Verbraucher:innen noch einfacher feststellen können, ob ein kosmetisches Produkt einen Stoff enthält, auf den er oder sie allergisch reagiert?

Borchard-Becker: Die INCI-Bezeichnung von kosmetischen Inhaltsstoffen erleichtert es Verbraucher:innen, Duftstoffe und andere Inhaltsstoffe auf den Verpackungen zu identifizieren. Duftstoffe, die vergleichsweise häufig Allergien auslösen, müssen einzeln mit ihrer INCI-Bezeichnung aufgeführt werden, wenn ihr Anteil im Produkt eine bestimmte Menge überschreitet.

Allerdings können Verbraucher:innen mit den chemischen Namen häufig wenig anfangen und es kann schwerfallen, die kompliziert klingenden Verbindungen in der Liste der Inhaltsstoffe sicher zu erkennen. Unterstützung bietet die COSMILE-App. Sie ermöglicht es, sich gleich beim Einkauf einen schnellen Überblick über die Zusammensetzung von Kosmetikprodukten zu verschaffen.

Wer an Kontaktallergien oder Unverträglichkeiten leidet oder bestimmte Inhaltsstoffe meiden möchte, kann in der COSMILE-App einen entsprechenden Filter anlegen. Anhand eines kleinen Symbols sehen Verbraucher:innen auf einen Blick, ob das betreffende Produkt den Stoff enthält. Das erspart langes Lesen und Suchen in der Liste der Inhaltsstoffe.

Ein weiterer Vorteil der App ist, dass sie die Testsubstanzen aus den ärztlichen Allergie-Tests in die Bezeichnungen „übersetzt“, die dann auf den Kosmetikprodukten zu finden sind. So können die betreffenden Stoffe direkt markiert werden.

Das vollständige Interview mit weiteren Informationen finden Sie hier: haut.de

Quellen

haut.de

allergie.de

allergie.de