Curly Horses doch nicht hypoallergen

Curly Horses doch nicht hypoallergen

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In Pferdeställen wimmelt es nur so vor Allergenen (u.a. Milben, Pollen, Schimmel), was für Pferdehaarallergikerinnen – und allergiker mehr als ungünstig ist, vor allem dann, wenn sie z. B. zusätzlich gegen Getreide oder Gräser allergisch sind. Was also tun, wenn man begeisterte Pferdeliebhaberin oder begeisterter Pferdeliebhaber ist, aber aufgrund der Allergie kaum noch die Reitanlage betreten kann? Das Hobby aufgeben? Sich speziell therapieren lassen? In Deutschland ist der Einsatz der Subkutanen oder Sublingualen Immuntherapie (SIT) für Pferdehaarallergikerinnen und -allergiker eher unüblich, da die weltweite Studienlage zu diesem Thema noch unausgereift ist. Ein Ausweg aus dem Dilemma schien bisher eine spezielle Pferderasse zu sein: American Bashkir Curly Horses, kurz Curly Horses.

Curly Horses galten lange Zeit als Pferde mit hypoallergenen Eigenschaften. Die Robustpferde reagieren sehr unempfindlich auf Witterungseinflüsse. Auffallend ist das gelockte Winterfell sowie das als unkompliziert und gutmütig beschriebene Wesen der Tiere. Der genaue Ursprung der Rasse ist nicht bekannt. Den Curly Horses wurde bislang ein geringeres Maß an Allerginität zugeschrieben als anderen Pferderassen. Diese Annahme wurde nun durch eine aktuelle Untersuchung unter Mitwirkung des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IPA) widerlegt. Curly Horses haben keine niedrigere Allergenkonzentration als andere Pferderassen. Proben von untersuchten Curly-Hengsten zeigten sogar eine höhere Konzentration. Curly Horses können daher nicht mehr als weniger allergen gelten.

Hengste gegenüber Stuten deutlich allergener

Grundsätzlich gilt, dass sowohl Rasse als auch Geschlecht der Pferde einen signifikanten Einfluss auf die Allergen- und Antigengehalte ihrer Schuppen und Haare haben. So sind zum Beispiel Hengste gegenüber Stuten deutlich allergener. Zwischen Stuten und Wallachen zeigt sich dagegen kein Unterschied. Insgesamt unterscheiden sich die individuellen Allergenkonzentrationen von Pferd zu Pferd. An Pferdehaarallergie leidende Menschen müssen im Einzelfall prüfen, ob sie den Kontakt zum Pferd weiter aufrechterhalten können.

Quellen mit weiterführenden Informationen:

idw

Janssen‐Weets B, Lesur BA, Dittmar G et al (2024) Proteomic analysis of horse hair extracts provides no evidence for the existence of a hypoallergenic Curly Horse breed. Clin Transl Allergy 14(2): e12329. doi: 10.1002/clt2.12329

Zahradnik E,  Janssen-Weets B, Sander I et al (2018) Lower allergen levels in hypoallergenic Curly Horses? A comparison among breeds by measurements of horse allergens in hair and air samples, PLoS One 13(12):e0207871. doi: 10.1371/journal.pone.0207871

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Titelbild: Lindsayanne in der Wikipedia auf Englisch