Blaualgen gefährden die Gesundheit

Blaualgen gefährden die Gesundheit

Zuletzt aktualisiert:

Der Sprung ins kühle Nass sorgt in den heißen Sommermonaten für eine willkommene Erfrischung. Viele Menschen zieht es derzeit an die Badestellen und -seen der Umgebung. Beim Kontakt mit dem Wasser ist jedoch Vorsicht angebracht, denn dauerhaft hohe Temperaturen fördern das Wachstum verschiedener Algen, die mitunter für die Gesundheit gefährlich sein können.

Sind Blaualgen blau?

Die explosionsartige Vermehrung bestimmter Algen bezeichnen Experten als Algenblüte. In ruhigen, nährstoffreichen Gewässern ist das ein normaler Vorgang. Einige Arten von Blaualgen sind jedoch in der Lage, giftige Substanzen (Toxine) zu produzieren. Im Hochsommer entwickeln sich oft massenhaft Blaualgen, die – je nach Gattung – an den Schlieren, Wasserblüten, Flocken oder Teppichen an der Wasseroberfläche zu erkennen sind. Das Wasser hat dann teilweise eine oliv-grünliche bis blau-grünliche Färbung.

Blaualgen gehören zum sogenannten Phytoplankton, also zu den im Wasser schwebenden pflanzlichen Kleinstlebewesen. Genau genommen sind Blaualgen keine Algen, sondern Bakterien, die aufgrund ihrer bläulich-grünlichen Farbe auch als Cyanobakterien bezeichnet werden. Einige Stoffwechselprodukte der Cyanobakterien sowie ihr Zerfall führen zu einem leicht muffigen Geruch an den Gewässern. Auch die starke Trübung des Wassers ist typisch für die Ausbreitung der Algen.

Blaualgen nutzen Kohlendioxid zum Wachsen. Dazu brauchen sie unter anderem Sonnenenergie und Wasser. Unter günstigen Bedingungen können sich Blaualgen in sehr kurzer Zeit Zeit massenhaft vermehren. Treibt der Wind die Algen an den Badestrand, müssen Badegäste aufpassen.

Auf Kleinkinder im Uferbereich aufpassen!

Bei direktem Hautkontakt mit Blaualgen-belastetem Wasser können Haut- und Schleimhautreizungen, allergische Reaktionen, Ohrenschmerzen und Bindehautentzündungen auftreten. Wird belastetes Wasser verschluckt, sind Durchfallerkrankungen möglich. Es kann auch zu Atemwegserkrankungen kommen.

Besondere Vorsicht ist bei im Uferbereich der Badestelle spielende Kleinkinder geboten, die durch ihr Spielverhalten mit häufigem Hand-Mund-Kontakt größere Mengen an Sand und Wasser aufnehmen können. Ältere Kinder können im flachen Wasserbereich beim Spielen Wasser verschlucken.

Gefährdungen vermeiden

Tipps, um einer Gesundheitsgefährdung durch Blaualgen in Badestellen und -seen vorzubeugen:

  • sich bei den zuständigen Behörden über die Wasserqualität informieren
  • auf Warnschilder achten
  • Bereiche meiden, in denen ungewöhnliche Wasserverfärbungen zu erkennen sind
  • Bereiche meiden, in den das Wasser leicht muffig riecht
  • auf das Baden verzichten, wenn im Wasser ab Kniehöhe die Füße aufgrund der bläulich-grünlichen Trübung nicht mehr zu erkennen sind
  • bei Wasserkontakt: nach dem Baden duschen und die Badekleidung waschen
  • Kinder oder deren Eltern ansprechen, die trotz aufgestellter Warnschilder am und im Wasser spielen
  • Die DLRG, die Umweltbehörde oder das Gesundheitsamt informieren, wenn Anzeichen für Blaualgen erkennbar sind und noch keine Warnschilder aufgestellt wurden

Quellen

Onmeda

Freie Hansestadt Bremen – Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Umweltbundesamt

Wikipedia