Beugt frühkindlicher Käseverzehr Allergien vor?

Beugt frühkindlicher Käseverzehr Allergien vor?

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Ein abwechslungsreicher Speiseplan im frühen Kindesalter hilft Allergien vorzubeugen. Die schützende Wirkung der frühen Nahrungsvielfalt gegen allergische Erkrankungen wurde bereits in der Kohortenstudie „Protection against Allergy: Study Rural Environment“ (PASTURE) nachgewiesen. In dieser Studie wurden Daten über Ernährungsgewohnheiten, Umweltfaktoren und allergische Erkrankungen von der Geburt bis zum Alter von sechs Jahren von 931 Kindern erhoben.

Schutz vor atopischer Dermatitis und Nahrungsmittelallergien

Französische Wissenschaftler nahmen nun noch einmal speziell den Käseverzehr unter die Lupe. Sie wollten wissen: Kann der Verzehr von Käse im Kleinkindalter vor Allergien in den ersten sechs Lebensjahren schützen?

Von den 931 Kindern der PASTURE Studie lagen Daten zum Käsekonsum im Alter von 18 Monaten und allergischen Erkrankungen wie z. B. atopische Dermatitis, Nahrungsmittelallergien, Asthma oder allergische Rhinitis im Alter von sechs Jahren vor. Die wissenschaftliche Analyse ergab, dass der Verzehr von verschiedenen Käsesorten im Kleinkindalter vor atopischer Dermatitis sowie vor Nahrungsmittelallergien schützt, aber keinen Einfluss auf die atopische Sensibilisierung, allergische Rhinitis und Asthma hat.

Weitere Studien nötig

Nach Ansicht der Studienautoren wirkt sich die Menge und Vielfalt an Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen im Käse offensichtlich positiv auf die kleinkindliche Darmflora aus. Das könnte die allergievorbeugenden Effekte erklären. In weiteren Studien muss nun geprüft werden, ob es beim Käseverzehr auf die Menge oder die Vielfalt ankommt und in welchem Lebensalter der Verzehr den größten Effekt hat.

Quellen

Weber M (2019) Allergieprävention. Käse fürs Kind. Allergo J 28(4): 8

Nicklaus S et al (2019) The protective effect of cheese consumption at 18 months on allergic diseases in the first 6 years. Allergy 74: 788-798. doi: 10.1111/all.13650