Anaphylaxie nach Verzehr von Jamswurzeln

Anaphylaxie nach Verzehr von Jamswurzeln

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In Afrika, Asien, Südamerika und in der Karibik zählen Jamswurzeln (Dioscorea) zu alltäglichen Lebensmitteln. In Europa bekommt man sie eher selten auf den Tisch. Yamswurzeln ähneln geschmacklich und optisch den Süßkartoffeln, sind aber nicht mit ihnen verwandt.

Bislang sind nur sehr wenige Fälle bekannt, bei denen es nach dem Verzehr von Jams zu allergischen Reaktionen gekommen war. Häufig wurden dabei die rohen Wurzeln gegessen oder der Wurzelstaub eingeatmet (Hu YY et al 2008). Eine aktuelle Studie berichtet von drei Patienten, die unabhängig voneinander etwa 30 Minuten nach dem Verzehr chinesischer Jamswurzeln Symptome einer Anaphylaxie zeigten. Die Anamnese ergab, dass alle drei Betroffenen allergisch auf Beifuß reagierten. Der Basophilenaktivierungstest mit gekochter Jamswurzel war bei allen Patienten positiv. Bei den Patienten konnte ein spezielles Protein (30-kDa-Protein) identifiziert werden, das bei gesunden Vergleichspersonen nicht zu finden war. Dieses Protein (DB3S) war bereits in der Vergangenheit als Allergen von roher Jamswurzel entdeckt worden. Offensichtlich kann das Protein auch der Hitzeeinwirkung beim Kochen trotzen und ist hitzestabil. Jams-Allergiker sollten daher auch gekochte Wurzeln meiden.

Quellen

Lux S (2018) Anaphylaxie nach Jamskonsum. Allergo J 27(2): 8

XU YY et al (2018) Identification of a thermal stable allergen in yam (Dioscorea opposita) to cause anaphylaxis. Asia Pac Allergy 8: e4

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