Allergien gegen Schimmelpilze

Allergien gegen Schimmelpilze

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Schimmelpilzsporen können Allergien auslösen. Tendenz steigend. Dabei sind Informationen zu Schimmelpilzsporen wesentlich spärlicher gesät als zu anderen Pollenarten (z. B. Gräser oder Baum). Die Medical Tribune berichtet in einem Beitrag über dieses Thema.

Etwa 3,0 % der Erwachsenen in Deutschland sind gegen den Schimmelpilz Alternaria alternata sensibilisiert, 2,3 % gegen Aspergillus fumigatus und 1,3 % gegen Cladosporium herbarum. Schwellenwerte, ab denen Betroffene über allergische Symptome berichten, sind aber nur für wenige Schimmelpilzgattungen beschrieben. Neben Sporen enthalten auch Bruchstücke von Pilzhyphen Allergene, die in großer Menge in die Luft gelangen.

Zur Erfassung der Sporenkonzentration nutzt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) spezielle Pollenfallen, die die Außenluft ansaugen und auf einen Klebestreifen lenken. Bei der mikroskopischen Auswertung der Streifen des Jahres 2022 fanden sich, wie auf dem diesjährigen Allergiekongress berichtet wurde, am häufigsten Alternaria und Cladosporium. Im Vergleich zu den in den Vorjahren gemessenen Konzentrationen fällt für alle ausgewerteten Arten eine stetige Zunahme auf.

Sporen überlappen sich saisonal mit Baum- und Gräserpollen

Weitere Erkenntnisse der Forschenden: Die Saison erstreckt sich über die Monate April bis November mit unterschiedlichen Phasen: Während Cladosporium und Alternaria fast ausschließlich im Sommer fliegen, liegt die Hochphase von Epicoccum im Herbst und die von Pleospora im Frühling. Somit ergeben sich Überlappungen mit dem Pollenflug von Bäumen (Pleospora), Gräsern (Cladosporium), Wegerich und Beifuß (Alternaria) sowie Ambrosia (Epicoccum).

Bei unklaren Testergebnissen für pflanzliche Allergene an Schimmelpilze denken

Mit Blick auf die Allergiediagnostik raten Experten spätestens bei unklaren Testergebnissen für pflanzliche Allergene an Schimmelpilze zu denken. Besser sei es, Alternaria, Cladosporium und Epicoccum von vornherein mit zu testen.

Deutschlandweites Sporenmonitoring erforderlich

Ein deutschlandweites Sporenmonitoring sei, so die Expertenmeinung, dringend geboten. Aktuell stünden jedoch Messdaten und klinische Informationen nur sehr limitiert zur Verfügung.

Quelle mit weiteren Informationen:

Medical Tribune

Titelbild: Heinrich Linse / pixelio.de