Vermehrt Asthmaanfälle bei Gewitter

Vermehrt Asthmaanfälle bei Gewitter

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„Endlich ein Gewitter“ mögen sich viele Pollenallergiker denken, wenn dunkle Wolken am Himmel aufziehen und sich Blitz und Donner ankündigen. Die Regenschauer führen oft dazu, dass die Pollenkonzentration in der Luft sinkt und sich das Befinden der Betroffenen damit verbessert. Unter bestimmten Bedingungen können Gewitter aber auch Asthmaanfälle auslösen, selbst bei Allergikern, die bisher keine Asthmaanfälle hatten. Diesen Zusammenhang haben italienische Allergologen kürzlich in einer Studie beschrieben.

Besonders starke Gewitter, die meist im Frühjahr aufziehen, können schlimme Folgen haben. Die Autoren berichten von einem Unwetter in Melbourne im Jahr 2016, bei dem sich über 8.500 Patienten wegen einer deutlichen Verschlechterung von Asthmasymptomen in eine Klinik begeben mussten. Das Fatale an diesen schweren Gewittern ist, dass intakte Pollen sowohl durch örtlich begrenzte, vertikale Luftbewegungen vom Boden aufgewirbelt als auch verstärkt von Pflanzen freigesetzt und im Anschluss durch osmotischen Schock zerrissen werden. Dadurch entstehen in der Troposphäre, der untersten Schicht der Erdatmosphäre, kleine allergentragende Stärkepartikel, die in die unteren Atemwege gelangen und so zu den Asthmaanfällen führen können. Meist treten diese Anfälle in den ersten 20-30 Minuten eines Gewitters auf, vor Einsetzen des Regens.

Fazit: Bei Gewittergefahr sollten Pollenallergiker rechtzeitig geschlossene Räume aufsuchen, um sich nicht unnötigen Gefahren durch allergene Partikel in der Luft auszusetzen.

Quellen

Lux S (2017) Allergene erreichen untere Atemwege. Gewitter löst Asthmaanfälle aus. Allergo J 26(4): 8

D`Amato G et al (2017) Thunderstorm-related asthma attacks. J Allergy Clin Immunol 139 (6): 1786-1787. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaci.2017.03.003

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