Infektionen im frühen Kindesalter fördern das Risiko für eine spätere Zöliakie

Infektionen im frühen Kindesalter fördern das Risiko für eine spätere Zöliakie

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Infektionen im frühen Kindesalter fördern das Risiko für eine spätere Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Das haben Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München vor Kurzem herausgefunden und die Ergebnisse ihrer Untersuchung in einer amerikanischen Fachzeitschrift veröffentlicht.

Die Wissenschaftler hatten anonymisierte Datensätze der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns von 295.420 Kindern, die in den Jahren 2005 bis 2007 geboren waren, ausgewertet. Berücksichtigt wurden ärztlich dokumentierte Infektionen seit der Geburt bis zum Alter von – im Mittel – 8,5 Jahren. Insgesamt entwickelten 853 Kinder eine Glutenunverträglichkeit, was einem Anteil von 0,3 Prozent entspricht.

Den Ergebnissen zufolge erhöhen wiederholte Magen-Darm-Erkrankungen im ersten Lebensjahr das Risiko für eine spätere Zöliakie besonders. Zu einem geringeren Grad war ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auch im Zusammenhang mit frühen Atemwegserkrankungen nachweisbar. Nach Ansicht der Autoren scheint das erhöhte Zöliakierisiko mit einer dauerhaften Entzündung des Magen-Darm-Trakts im frühen Kindesalter in Zusammenhang zu stehen und nicht durch einen spezifischen viralen oder bakteriellen Erreger ausgelöst zu werden.

Quellen

Helmholtz Zentrum München

Beyerlein A et al (2017) Infections in early life and development of celiac disease. Am J Epidemiol. DOI: 10.1093/aje/kwx190

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