Allergiefreier Schmuck

Allergiefreier Schmuck

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Die Nickelallergie zählt zu den häufigsten Kontaktallergien. Von zehn Menschen reagieren zwei allergisch auf Nickel bzw. die allergenen Nickelionen. Bei Bindung an ein Hauteiweiß entwickeln diese ihre allergenen bzw. sensibilisierenden Eigenschaften. Die Phase der Sensibilisierung dauert in der Regel mehrere Monate oder gar Jahre. Nickel ist in vielen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs enthalten wie zum Beispiel in Knöpfen, Nieten, Reißverschlüssen, Brillengestellen, Armbanduhren, Werkzeugen, Küchengeräten, Konservendosen oder Schmuck (Ohrringe etc.). Auch auf Metall basierende Materialien wie Chirurgenstahl 316L und Titan enthalten einen gewissen Anteil an Nickel.

Eine Sensibilisierung gegen Nickel hängt vor allem von seiner Freisetzung ab. Die EU Richtlinie 94/27/EG hat den Grenzwert der Nickelabgabe auf 0,5 μg/cm²/Woche festgesetzt (EU Richtlinie 94/27/EG [Anhang]). Bedarfsgegenstände, die u.a. diesen Anforderungen nicht entsprechen, dürfen seit dem 20. Oktober 2001 nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Besonders oft sind junge Frauen von einer Nickelallergie betroffen, was daran liegen könnte, dass diese viel nickelhaltigen Schmuck tragen. Nicht nur Modeschmuck enthält das Metall, auch Silber und Weißgold. Piercings stellen ein besonders hohes Allergierisiko dar, da die verwendeten Einsätze wie Tunnel oder Plugs oft Nickel enthalten bzw. freisetzen. Besteht der Wunsch nach metallenen Piercings fährt man am besten mit Titan. Allergiearme Alternativen sind z.B. Holzpiercings oder Piercings aus anderen organischen Materialien. Das Stechen von Ohrlöchern macht die Haut ebenfalls sehr anfällig für allergische Reaktionen. Selbst in medizinischen Ohrringen oder -steckern, die unmittelbar nach dem Stechen eingesetzt werden, kann dieses Metall enthalten sein. Allergiefreie Ohrringe oder -stecker sind hier gute Alternativen und i.d.R. bei jedem Juwelier erhältlich.

Teststreifen aus der Apotheke

Oft sieht man es dem Schmuck nicht an, ob er Nickel enthält oder nicht. Mit Teststreifen aus der Apotheke lässt sich das Metall nachweisen. Möchte man unbedingt goldenen Schmuck tragen, so sollte die Wahl auf Gelbgold fallen. Die Legierung besteht hier aus Gold, Silber und Kupfer. Weißgold und Rotgold enthalten Nickel. Bei Silber sollte man auf reines Silber zurückgreifen. Alternativ gibt es Schmuck aus medizinischem Stahl oder Titan. Bei einem Piercing sollte man direkt im Piercingstudio nach allergiefreien Tunnel oder Plugs fragen. Vorsicht ist bei vergoldeten Ohrsteckern geboten. Im Kern enthalten diese oft andere Metalle, die nach Abnutzung mit der Zeit „freigelegt“ werden und in Kontakt zur Haut kommen.

Ein guter Juwelier berät fachkundig zum allergiefreien Schmuck und verkauft diesen auch. Zudem haben sich zahlreiche Online-Shops auf allergiefreien Schmuck spezialisiert. Versandhändler wie Amazon oder Otto bieten ebenfalls medizinischen und allergiefreien Schmuck.

Weitere Informationen zum Thema bietet die Seite nickelfrei.de

Quellen

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.

Allergiefreie Allergiker

DAAB

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