Allergenes Potenzial von Kokosnüssen

Allergenes Potenzial von Kokosnüssen

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Die Kokosnuss ist eigentlich keine echte Nuss, sondern die Frucht der Kokospalme, genauer gesagt eine einsamige Steinfrucht. Sie ist 20 bis 30 cm lang und wiegt im reifen Zustand zwischen 900 und 2500 Gramm. Das weiße Fleisch der Kokosnuss ist essbar und wird zum Kochen und Backen verwendet. Kokosmilch und Kokosöl sind weitere gesunde Produkte aus dem Fruchtfleisch. Eine Reihe an Schönheits-, Haut- und Körperpflegeprodukten enthält Kokosöl. Eine Allergie auf Kokosnüsse ist sehr selten. Sie kann eine anaphylaktische Reaktion auslösen. In den USA müssen daher Kokosnüsse als Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auf den Verpackungen extra aufgeführt sein.

Fallbericht

Wissenschaftler berichten von einem Kind, dessen Haut schon seit den frühesten Lebenstagen mehrmals in der Woche mit Kokosöl eingerieben wurde und das häufig Kokosnuss oder Lebensmittel mit Kokosnuss zu essen bekam. Trotz dieser starken „Exposition“ zeigte das Kind jahrelang keine Symptome einer Kokosnussallergie. Ebenso lagen keine Lebensmittelallergien, Allergien gegen Nüsse (Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Cashewnüsse, Pistazien, Walnüsse etc.) oder Kreuzallergien vor. Aus der Vergangenheit war nur eine Katzenhaarallergie bekannt.

Erst im Schulkindalter ergaben sich auch im Hauttest deutliche Hinweise auf eine Kokosnussallergie. Nach dem Auftragen von Kokosnussöl auf die Haut reagierte das Kind zum Beispiel plötzlich mit einer generalisierten Urtikaria. Der Verzehr von Kokosnuss hatte ein kratziges Gefühl im Hals zur Folge. Die Eltern berichteten, dass ihr Kind 20 bis 30 Minuten nach dem Verzehr von zwei Löffeln Kokosnuss-Eiscreme Juckreiz im Rachen und starke Bauchschmerzen mit Durchfall bekam und sich übergeben musste. Alle genannten allergischen Reaktionen konnten erfolgreich mit Antihistaminika behandelt werden. In einer weiteren Situation – nach dem Verzehr eines kokosnusshaltigen Haferflocken-Rosinen-Cookies – klagte das Kind über einen kratzigen Hals und Übelkeit. Es musste sich übergeben und begann zu keuchen. Nach der Gabe von Bronchodilatoren und Antihistaminika besserte sich die Situation.

Fazit

Die Autoren weisen vor dem Hintergrund des wachsenden Konsums von Kokosnussprodukten auf das allergene Potenzial von Kokosnüssen hin. Auch Personen, die Kokosnüsse bisher tolerieren, könnten später möglicherweise einmal allergisch darauf reagieren.

Quellen

Anagnostou K (2017) Coconut Allergy Revisited. Children (Basel) 29;4(10): pii: E85. DOI: 10.3390/children4100085

Wikipedia

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